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Dr. Philipp Wagner: „Die Bedeutung der Zoos für den Artenschutz“

Zoologische Einrichtungen geraten in der gesellschaftlichen Debatte immer stärker unter den Druck der Tierrechtsorganisationen, die die Haltung von Tieren zum Teil generell ablehnen. Gleichzeitig befinden wir uns mitten im größten Artensterben der Erdgeschichte und moderne Zoologische Gärten sind mit ihrer Tierhaltung ein Schlüsselfaktor zur Erhaltung zahlreicher Tierarten. Zoos haben bewiesen, dass sie Arten vor dem Aussterben retten können: Wisent, Schwarzfußiltis und die Guam-Ralle sind lebendige Beispiele dafür.

Mit dem Tempo der derzeitigen Aussterberate ist aber kaum mitzuhalten und auch Zoos werden sich die Frage stellen müssen, welche Arten man retten kann – und welche nicht. Viele der besonders stark bedrohten Artengruppen, zum Beispiel Schildkröten und Amphibien, sind in den Erhaltungszuchtprogrammen unterrepräsentiert. Neue Projektformen sollen nun helfen, diese Arten stärker als bisher zu berücksichtigen.

Der Allwetterzoo in Münster war einer der ersten Zoos in Deutschland, der den Artenschutz zur Hauptaufgabe von Zoos erklärt hat, und auch heute noch engagiert sich der Allwetterzoo mehr als viele andere Zoos in inländischen und ausländischen Projekten. Neben einem Zuchtzentrum für kritisch bedrohte Schildkrötenarten sind es vor allem Projekte mit dem „Angkor Centre for Conservation of Biodiversity“ (ACCB) in Kambodscha, mit dem der Allwetterzoo Arten vor dem Aussterben bewahrt. Dazu zählen der Riesenibis, eine der am Stärksten bedrohten Vogelarten, und die Zhouis-Scharnierschildkröte, die noch nie in der Natur gefunden wurde und ohne die Projekte des Allwetterzoos Münster wäre sie bereits ausgestorben.